Coach Gelaber · Folge 9

Integrale Organisationsentwicklung Teil 2

600 Menschen suchen den Sinn ihres Unternehmens – und eine Abordnung von 80 fährt dafür auf die Zugspitze. In Teil 2 zur integralen Organisationsentwicklung erzählt Barbara Boy, wie die WBS Training AG vom Strukturen-Umbauen zur Sinnorientierung kam: mit U-Prozess nach Otto Scharmer, Zukunftsbildern als Kompass und einem ehrlichen Blick auf Ängste und Widerstände. Thomas Strauß (IMU Augsburg) ordnet die Praxis integral ein. Die Theorie dazu findest Du in Teil 1 (Folge 8).

Das Wichtigste in Kürze

  • Jahrelang wurde bei WBS nur an der Organisationsstruktur geschraubt – im Quadrantenmodell also nur im kollektiven Außen. Erst der integrale Blick auf Kultur, Werte und individuelle Ängste brachte Bewegung.
  • Ein Sinnprozess mit 600 Beteiligten und ein U-Prozess auf der Zugspitze: Loslassen, was Du schon weißt, und in ein neugieriges Lauschen gehen – so entstand der Unternehmenssinn der WBS.
  • Zukunftsbilder sind integrale Landkarten aus der Zukunft formuliert: Sie dienen als Diagnose (wo stehen wir?) und als Kompass (wo wollen wir hin?).
  • Auch ein Softwarewechsel ist nie nur Technik: Wer bei der Einführung von MS365 die Ängste und die veränderte Zusammenarbeit mitbetrachtet, macht den Prozess schneller und flüssiger.
  • Gefühle, die Du zulässt, können wieder gehen: Widerstände bekommen Raum statt Druck – und trotzdem bleibt es legitim, wenn sich Wege trennen, weil jemand den Weg nicht mitgehen will.

Transkript

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Coach Gelaber von und mit Christopher Salmi.

Christopher Salmi: Schönen guten Tag, Merhaba, Selam Aleikum. Herzlich willkommen zur nächsten Folge Coach Gelaber. Ja, wieder mit mir, Christopher Salmi und auch schon wieder aus Köln und es scheint auch immer noch die Sonne.

Es ist wunderbar, ich hoffe für euch da draußen auch. Ich freue mich heute mit euch gemeinsam und vor allen Dingen auch wieder mit Gästen den Teil 2 zur integralen Organisationsentwicklung zu besprechen. Wenn ihr die erste Folge gehört habt, dann habt ihr schon ganz viel zum Thema der, ja, zur integralen Weltsicht, würde ich viel lieber sagen, gehört.

Der Thomas Strauß hat ganz viel beschrieben, was das eigentlich ist und wie man das verstehen kann und welches hilfreiche Tool auch im Sinne der Landkarte es dort gibt. Und auch aus der Perspektive der Praxis war jetzt auch in Teil 1 schon die Barbara Boy dabei und ist auch heute wieder dabei, genauso wie der Thomas Strauß.

Und da wollen wir uns heute mal drum kümmern. Jetzt haben wir ganz viel Theorie gehört in der letzten Folge und haben das auch besprochen und vielleicht hat das auch schon so ein bisschen sacken können bei euch da draußen. Und jetzt wollen wir mal hören, wie es eigentlich wirklich so in der Praxis ankommt.

Tut es jetzt weh, funktioniert es genauso gut, wie der Thomas beschrieben hat? Oder gibt es vielleicht doch noch irgendwie irgendwas Spannendes für uns zu hören, um den Thomas – und deswegen freue ich mich auch, dass er heute wieder dabei ist – nochmal ein bisschen auf die Probe zu stellen. Erstmal herzlich willkommen, ihr beiden.

Schön, dass ihr wieder dabei seid, liebe Barbara, lieber Thomas. Und damit wir zu dritt hier einen kleinen guten Start hinlegen können, habe ich mir überlegt, mach mal einen kurzen Check-in. Und dafür habe ich die Frage: Welche Farbe bist du heute und warum?

Und ihr dürft euch gegenseitig ein Handzeichen geben, wer starten mag und dann beginnt gerne.

Barbara Boy: Ja, da starte ich doch gerne. Welche Farbe bin ich heute?

Also ich bin heute ein warmes Orange, denn das ist für mich die Farbe des Sommers und der kommt ja gerade so richtig. Ich bin ja auch hier in Köln, also von daher die Sonne scheint und ja, das warme Orange ist gerade genau die richtige Farbe für mich heute.

Christopher Salmi: Sehr schön.

Thomas Strauß: Ja, hallo Chris, auf ein neues. Wenn du fragst, welche Farbe bin ich heute, dann erlebe ich den Tag sehr bunt. Und ich habe irgendwie auch wie so ein kleines buntes Feuerwerk in mir, weil ich morgen nach Südfrankreich in den Urlaub fahren werde.

Und freue mich schon sehr. Das fühlt sich sehr bunt an im Moment.

Christopher Salmi: Oh ja, Südfrankreich, das kann ich sehr gut nachvollziehen. Da freue ich mich auch schon drauf, wenn wir da hinfahren. Das dauert auch nur noch vier Wochen und dann sind wir auch da vielleicht.

Ah ne, dann bist du wahrscheinlich schon wieder weg. Ja, also ich bin heute, ich glaube, ich bin Türkis tatsächlich. Ich musste nämlich auch durch diese Sonne an das Meer denken.

Und da ist das Stichwort Südfrankreich eigentlich genau das Richtige. Denn da ist das Meer ja auch gerade so in Südfrankreich doch mit einer ganz herrlichen, schönen Farbe gesegnet. Und da ich das Meer liebe, ist das sowieso ein mir immer wieder kommender kommendes Bild ins Hirn.

Das war jetzt nicht super formuliert, aber ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Gut, so, jetzt wollen wir aber starten. Barbara, heute liegt der Fokus vor allen Dingen bei dir.

Und da freue ich mich sehr drauf. Du bist ja ein Teil des Unternehmens WBS-Training AG. Hast du ja dem Teil 1 schon mal so ein bisschen was dazu erzählt, beziehungsweise wo du so herkommst.

Vielleicht magst du nochmal ganz kurz was zu deiner Rolle und zu deiner Position erzählen.

Barbara Boy: Genau, gerne. Ja, WBS-Training AG ist ein privates Weiterbildungsinstitut, was vor allen Dingen sich im geförderten Bereich aufhält, das heißt für Arbeitslose und Arbeitssuchende Weiterbildung, berufliche Weiterbildung anbietet. Und ich selbst bin da vor wirklich dieses Jahr, sind es 15 Jahre eingestiegen, wirklich am Standort ganz konkret in Köln und habe dann relativ schnell dort auch die Leitung übernommen, war dann ganz lange jetzt als Regionalleitung quasi für Standort und Regionen Köln, Bonn und so weiter zuständig.

Und habe mich aber schon seit vielen Jahren eigentlich interessiert dafür, auch, sagen wir mal, die Rahmenbedingungen, in denen ich ja gearbeitet habe, auch mit weiterzuentwickeln. Einfach das Unternehmen auch ein Stück weiterzubringen. Und habe dann, bin doch relativ früh, schon 2013, war das das erste Mal, dass ich mich mit Organisationsentwicklung im Unternehmen befasst habe.

Partizipation wird sehr groß geschrieben bei uns, wird also auch immer wieder danach gefragt, ob man sich einbringen möchte. Und das habe ich getan, immer wieder mit großer Begeisterung und viel Elan. Und ja, bin jetzt irgendwann auch dazu übergegangen, mich hauptsächlich damit zu befassen.

Und da ich in meinem Privatleben, was ich aber, was ja irgendwie doch, ich bin ja als Mensch auch irgendwie auch im Beruf privat, also immer mal wieder. Was mich da einfach schon seit vielen Jahren trägt, ist das Thema Achtsamkeit. Denn ich habe einfach vor vielen Jahren damit begonnen, mich damit zu befassen.

Tatsächlich so aus dem Hintergrund, dass ich das Gefühl hatte, dass es mir wirklich hilft, mit meinem stressigen Leben, mit dem, was mich umgibt, auch besser klarzukommen. Und habe dann irgendwann festgestellt, dass ich am besten dranbleibe an diesem Thema, was mir wirklich trägt und mir weiterhilft, wenn ich es auch lehre und habe dann vor einigen Jahren jetzt eine Ausbildung gemacht zur Achtsamkeitslehrerin und Meditationslehrerin und auch MBSR-Trainerin.

MBSR heißt Mindfulness-Based Stress Reduction, ist von Jon Kabat-Zinn entwickelt worden. Und ja, diese Kompetenz, die bringe ich auch im Unternehmen jetzt schon lange ein. Das ist auch gewünscht und das ist wunderbar, dass das da so gewünscht und gewollt ist.

Und deshalb bin ich jetzt seit einem Jahr als Fachleitung achtsame Organisationsentwicklung unterwegs mit genau diesen beiden Schwerpunkten.

Christopher Salmi: Wahnsinn. Dann hast du ja. Wie soll ich das jetzt formulieren?

Also erstmal eine total spannende Reise und auch eine sehr interessante Position jetzt mittlerweile.

Barbara Boy: Ja, ich glaube, da bin ich wahrscheinlich fast die einzige in ganz Deutschland. Ich weiß noch nicht mal, ob es das überhaupt noch irgendwo anders gibt, weil diese Titel habe ich mir selbst ausgedacht, ja. Und da sehen wir auch schon, dass es tatsächlich recht ist auch ein besonderes Unternehmen, würde ich mal sagen, bei dem ich da bin, dass sowas eben möglich ist.

Und ja, einem auch oder mir auch die Freiheit gelassen wurde, wirklich das zu entwickeln jetzt auf eine Art. Also der hohe Partizipationsgrad. Sorry. Nee, mein Fehler.

Nebenher mache ich auch noch eine Ausbildung zur integralen Organisationsentwicklerin beim IMU, beim Thomas und auch dem Markus Strobel. Und ja, bin da einfach auch nochmal viel tiefer jetzt genau in dieses Thema eben mit eingestiegen.

Christopher Salmi: Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn. Aber dann bist du ja echt mit einem guten Fundament auch schon angerauscht, könnte man sagen, durch deine ganze Perspektive und dann auch Ausbildung im Sinne der Achtsamkeit etc. Jetzt hast du ja das Thema integrale Organisationsentwicklung. Ich wollte jetzt gerade schon weltlich sagen, aber bleiben wir mal bei der Organisationsentwicklung ja jetzt am eigenen Leib erfahren und auch beobachten können bei dir im Unternehmen.

Wie kam es denn dazu?

Barbara Boy: Ja, wie kam es denn dazu? Das ist eine super Frage. Also schlussendlich war das so, dass wir vor einigen Jahren, oder sagen wir mal so, seitdem ich mich entsinne und mich ja für Organisationsentwicklungen in irgendeiner Form interessiert habe bei WBS, gab es verschiedenste Ansätze, denen wir mal eine Zeit lang gefolgt sind.

Hat aber alles nicht so richtig getragen. Und 2016 war ein Punkt, da haben wir tatsächlich in einer recht großen Aktion mit über 600 Leuten begonnen, den Sinn der WBS zu suchen. Also wirklich uns zu überlegen, was ist denn eigentlich der Sinn unseres Unternehmens, uns einen Sinn zu geben.

Und den haben wir dann auch gefunden, jetzt nicht mit den ganzen 600 Leuten, sondern mit einer kleinen Abordnung, die sich dann sich in einem ganz tollen Seminarraum auf der Zugspitze getroffen hat. Und dort haben wir, habe ich das erste Mal Berührung gehabt mit dem Thema integrale Organisationsentwicklung, weil da nämlich der Markus Strobel und der Thomas Strauß kamen und mit uns einen U-Prozess gemacht haben, nach Otto Scharmer und tatsächlich mit Hilfe dieses U-Prozesses mal da drauf geguckt haben.

Auch da zu schauen, was kommt denn da vielleicht noch an Dingen, die wir, wir hatten zwar schon viel darüber nachgedacht vorher im Vorfeld, aber das war so eine ganz andere Art und Weise, wie man auch mit so, ja, in so einem beruflichen Kontext mit Dingen umgeht. Das kannte ich so aus dem privaten Umfeld vielleicht, aber nicht aus dem beruflichen.

Das war schon sehr erstaunlich. Mich hat es sofort völlig begeistert, total angezogen, weil ich sofort gespürt habe, dass da ganz viel drin steckt, dass ich da wirklich auch mich als ganze Person reingeben kann. Ich weiß aber, dass es andere auch irritiert hat.

Also da gab es schon alles. Genau. Das war so der Start, dass ich da mitbekommen habe, okay, das geht jetzt. Und weitergegangen ist es dann so, dass wir, da habe ich allerdings war ich nicht direkt involviert, aber dass dann Zukunftsbilder geschaffen wurden.

Das sind im Prinzip integrale Landkarten nur aus der Zukunft her gestaltet. Und dass wir jetzt seit vielen Jahren, ich glaube 2017, hatten wir dann eben das erste Zukunftsbild bei WBS. Und seitdem gab es schon Weiterentwicklungen.

Wir haben also jetzt mittlerweile das dritte Zukunftsbild geschaffen, was jetzt 2025 quasi oben drüber stehen hat, also auch mal eine Weile quasi in die Zukunft schon schaut. Und ja, das war so der Beginn eigentlich für mich, mich überhaupt damit zu befassen.

Christopher Salmi: Ja, spannend. Jetzt hast du schon einiges gesagt, wo ich gerne nochmal andocken möchte. Ich glaube, dass das erste Fragezeichen, was da draußen sicherlich auch ist, ist zum Thema U-Prozess.

Da, Thomas, kannst du ja, vielleicht findest du auch nochmal aus deiner Perspektive einen schönen Satz zum U-Prozess. Und ich gebe dir aber nochmal eine Minute zum Überlegen. Du hast nämlich jetzt gesagt, Barbara, ihr seid erstmal mit 600 Menschen zusammengekommen, um, sag mal, an eurem Unternehmenssinn zu arbeiten.

Also warum sind wir eigentlich hier? Und das habt ihr gemacht, weil alles andere, was ihr versucht habt, nicht so richtig gut funktioniert hat oder nicht den Effekt gebracht hat, den ihr euch so gewünscht habt. Was war denn so das, was nicht funktioniert hat? Also hast du da irgendwie ein Beispiel, was ihr erreichen wolltet, wo ihr aber vielleicht mit einer klassischen Methode, ich weiß es nicht, an die Grenze gekommen seid?

Barbara Boy: Ja, wenn ich so rückblickend jetzt da drauf schaue, damals wussten wir nicht so richtig, warum es nicht funktioniert hat. Jetzt rückblickend, wenn ich gerade eben aus dem Wissen heraus auch über diese integralen Zusammenhänge, ja, und dieses integrale Modell kenne, kann ich sagen, dass es ganz viel daran lag, dass wir fast immer nur im Bereich der Organisationsstruktur tatsächlich versucht haben, irgendwas zu verändern.

Also dass wir eben wirklich nur, quasi wenn wir dieses Quadrantenmodell anschauen, ja, wo es ja die individuelle, die kollektive Ebene und das Innen und Außen gibt, haben wir eigentlich wirklich immer nur im Kollektiv außen rumgekramt. Und da mit verschiedensten Modellen, mit verschiedensten, da war es auch egal was, ob das jetzt Holokratie dann sich nannte oder sonstiges, aber wir haben eigentlich immer nur versucht, da in diesem Quadranten quasi was zu verändern, nämlich Organisationsstruktur zu ändern.

Ohne wirklich zu gucken, Moment mal, da ist ja auch noch eine innere Ebene da, nämlich ein Zusammenarbeiten, Werte, die wir gemeinsam haben, eine Kultur, die wir haben. Und auch sind vielleicht noch Ängste auf der individuellen Ebene da, von Einzelnen, die dem entgegenstehen, irgendwelche Autopiloten, in die die Leute gleich verfallen oder Glaubenssätze, die sie haben.

Und vielleicht haben sie auch einfach nicht die Skills, die Einzelnen, um damit überhaupt umgehen zu können. Und das haben wir wirklich vernachlässigt, bis zu dem Zeitpunkt aus meinem Empfinden, seitdem wir wirklich in diese, oder mit dieser, mit dem Integralen gestartet sind, so richtig. Weil da haben wir begonnen, das Ganze zu sehen, ja.

Es wirklich so als Ganzes auch wahrzunehmen.

Christopher Salmi: Ja, sehr spannend. Also könnte man das auch überspitzt so sagen, ihr habt es in der Vergangenheit so gemacht, wie ich das auch aus anderen Unternehmen kenne. Ihr seid so mit dem Vorschlag haben wir hingegangen, habt die Struktur zerhämmert und versucht, klassischerweise passiert das ja oft nach einem Führungswechsel, das dann wieder so aufzubauen und zu sagen, so, jetzt aber haben wir die richtige Struktur.

Und ich sag mal, auf dem Weg habt ihr dann gemerkt, nee, macht die Kunden nicht zufriedener oder erhöht nicht den Absatz oder irgendwie geht es den Menschen immer noch schlecht.

Barbara Boy: Absolut. Hast du sehr gut beschrieben, ganz ähnlich war es, ja. Tatsächlich war es dann auch einfach so, dass das kam vielleicht noch dazu, dass aber auch eine gewisse Ungeduld einfach da war, immer wieder.

Das heißt, wenn nicht ganz schnell sich Ergebnisse gezeigt haben, positivere, ja, und da ging es vielfach dann eben tatsächlich um eine höhere Marktdurchdringung oder was auch immer, bessere Zahlen und so weiter, dann wurde es ganz schnell wieder umgekippt und wurde der nächste Berater geholt mit dem nächsten Modell. Und ja, davon haben wir zum Glück dann endlich Abstand genommen und sind mal dabei geblieben.

Und ich glaube, das ist auch das, was uns jetzt mittlerweile wirklich Früchte trägt einfach. Auch bei WBS. Aber mit Höhen und Tiefen. Also einfach war das trotzdem nicht.

Christopher Salmi: Das greifen wir auf jeden Fall auch nochmal auf. So, jetzt hast du ja beschrieben, 600 Leute ab in die Zugspitze finde ich auch sehr cool.

Barbara Boy: Ne, 600 waren es nicht auf der Zugspitze, so viel passen da gar nicht oben rauf. Also wir hatten mit 600 Leuten gestartet, aber woanders, an verschiedenen Stellen, an sechs Orten. Also alle waren aufgerufen, es wären deutlich mehr gewesen, aber es sind nur 600 gekommen, was ich aber auch schon ganz schön gut fand.

Und genau, und dann haben wir eine Abordnung quasi gehabt, das waren dann 80 Leute auf der Zugspitze. Aber da war dann auch voll.

Christopher Salmi: Wie viele Leute seid ihr in Summe, nur um da mal eine Referenz zu haben?

Barbara Boy: Oh, damals weiß ich gar nicht, wie viel, vielleicht 1200 waren wir damals oder weniger. Jetzt sind wir 1600.

Christopher Salmi: Ah ja, okay. Also kann man sagen, so irgendwas so zwischen 40 und 60 Prozent haben mitgemacht, um dann die 80 Abgesandten sozusagen auf die Zugspitze zu schicken, um dann den U-Prozess zu unternehmen. So, und Thomas, jetzt kommst du ins Spiel.

Der U-Prozess, ich glaube, das hat irgendwie wahrscheinlich eben mal eine eigene Folge verdient, weil das ja auch ein ganz besonderer Prozess ist. Wenn du jetzt nur 30 Sekunden Zeit hast und denkst, so, ah, ich will unbedingt mal schnell mal was zum U-Prozess sagen, sodass vielleicht der eine oder andere zumindest mal ein Gefühl dafür kriegt, was das ist.

Was ist denn da deine Antwort oder Aussage?

Thomas Strauß: Ja, spannend. Also der U-Prozess ist eigentlich für mich eine anschlussfähige Methode, um Menschen oder eine Gruppe von Menschen wie auch in einen anderen Zustand zu bringen, wo wir auch mal vielleicht so aus dem Kopf ein bisschen rausgehen, wo wir das, was wir alles schon wissen, loslassen und uns mehr einstimmen auf das, was wir noch nicht wissen.

Und das fällt uns, wenn wir in einem gewissen Zustand sind, dann halt auch leichter, wo wir dann in so ein neugieriges Lauschen gehen. Und das war jetzt bei dem Sinnprozess super, weil dann konnten wir mal alles, was ihr schon wisst, lasst mal los. Das ist natürlich für Menschen auch nicht immer einfach, jetzt haben wir uns so viele Gedanken gemacht.

Und wir gehen da mal alle, versuchen mal in einen gewissen Zustand zu gehen, uns auf den Sinn der WBS einzustimmen. Also das heißt, was will eigentlich durch die WBS, welcher gesellschaftliche Beitrag will sich denn in der Welt manifestieren durch die WBS?

Und können wir da wie so ein Gespür dafür kriegen und es auftauchen lassen und das als Gruppe von 60 Menschen auf 3000 Meter Höhe. Die 3000 Meter Höhe gehört nicht zum U-Prozess, das war jetzt halt glücklicherweise der Rahmen. So würde ich es machen.

Und das war, wie die Barbara sagt, hochspannend, weil es natürlich dann Menschen da einen unterschiedlichen Zugang hat. Die Intellektuellen wollten lieber halt bei ihren Gedanken bleiben. Das haben wir dann irgendwann auch zugelassen.

Und es gab aber wirklich Menschen, die gemerkt haben, wir können uns, es gibt da wie so eine innere IP-Adresse der WBS. Und wenn wir uns da ganz präzise und neugierig mal einlassen, dann werden wir informiert. Und da ist auch eine ziemliche Präzision drin.

So würde ich es mal beschreiben.

Christopher Salmi: Und das macht jetzt auf jeden Fall deutlich, deutlich neugierig, um da mehr zu erfahren, glaube ich zumindest. Also Otto Scharmer U-Prozess, ganz spannend, müssen wir unbedingt mal zu sprechen, nochmal separat. So, jetzt habt ihr euren Sinn formuliert, seid wieder auseinandergegangen.

Was ist denn dann passiert?

Barbara Boy: Ja, wie gesagt, also im Endeffekt sind dann diese Zukunftsbilder entstanden. Das heißt, das ist quasi so eine integrale Landkarte, die allerdings aus der Zukunft her formuliert wird. Und das heißt, also so ein Zukunftszustand eigentlich beschreibt jeweils, den Gewünschten.

Und ja, dann wurden verschiedenste Projekte eigentlich angestoßen. Wir haben dann zum Beispiel unser Bildungsverständnis komplett überdacht und angepasst an unseren Sinn. Dann haben wir, was ein ganz großer Punkt war, auch eine Potenzialentfaltungsinitiative entwickelt für unsere Mitarbeitenden.

Also wirklich zu gucken, wie können wir unsere Mitarbeitenden denn weiterentwickeln. Es geht ja, Thomas hat das ja auch schon beschrieben in der letzten Folge ja, auch in dieser Landkarte oder in diesem integralen Modell ja auch um Entwicklungsstufen. Nicht nur um diese Quadranten, sondern auch um Stufen, die man da im Prinzip einnehmen kann und wo man sich hin entwickeln kann.

Und das heißt, wir haben also sowohl geguckt, in unserem, sagen wir mal, in unserem Geschäftsmodell zu schauen und in unserer Kundenbeziehung das einzubauen, ja, als auch auf den Mitarbeiterebenen wirklich zu gucken, wie können wir die Einzelnen da weiterentwickeln. Und natürlich das Gleiche auch im Bereich der Kultur. Also, wie gehen wir eigentlich miteinander um?

Weil das ist natürlich ganz eng verknüpft miteinander. Das heißt, wir haben eigentlich auf allen diesen Ebenen wirklich geschaut, dass wir das in irgendeiner Form weiterentwickeln, über verschiedenste Projekte. Und ich glaube, das, was mir jetzt gerade in den letzten Jahren immer klarer geworden ist, was das Wertvollste ist, ist, dass wir mittlerweile In der Lage sind, egal bei welchem Projekt, was wir jetzt angehen, also egal was es ist, es gibt ja immer tausend Projekte, die man so in so einer Organisation irgendwie vorhat oder auch vorhaben muss, weil man ja vielleicht auch ein Stück weit gezwungen ist, sich weiterzuentwickeln.

Da, dass wir da wirklich immer wieder jetzt mit dem Blick drauf gucken, so auf welchem Quadranten ist denn, sagen wir mal, das die Ursache des Problems vielleicht, ja? Oder wo liegt die Ursache? Was wollen wir jetzt eigentlich beheben?

Und dass wir dann wirklich ganz bewusst hinschauen, hat das Auswirkungen auch auf den anderen Quadranten, also in den anderen Bereichen. Und ich bringe jetzt einfach mal ein Beispiel, zum Beispiel haben wir umgeswitcht jetzt komplett unser System. Wir hatten früher mal irgendwann Lotus Notes und keine Ahnung, dann haben wir auf Outlook gewechselt und jetzt irgendwann war klar, so lasst uns bitte auf MS365 und zwar die ganze Palette gehen.

Und das ist ja unglaublich viel, sehr komplex tatsächlich, was man da alles nutzen kann. Und man könnte ja jetzt annehmen, es ist einfach nur der Wechsel von einem Softwareding zu einem anderen. Ist es aber de facto nicht.

Weil es natürlich ganz viel wirklich auch mit der Art und Weise, wie wir zusammengearbeitet haben, zu tun hat. Weil die ändert sich jetzt einfach eklatant, weil es ganz viel mit Ängsten zu tun hat, weil es viele, viele Mitarbeitende dann doch gibt, die da einfach Ängste haben, die auch so das Gefühl haben, oh nee, nicht schon wieder ein neues System, keine Lust drauf und Widerstände haben da, ja.

Das muss man eben auch betrachten. Und weil es auf der anderen Seite natürlich dann auch wieder Schulung etc. braucht, das ist vielleicht das, was man am ehesten noch sowieso gemacht hätte. Aber diese anderen beiden Aspekte, gerade dieses Innere, sowohl ich innen als auch wir innen, das hat man sonst oft einfach vernachlässigt.

Und da haben wir eben gemerkt, ja, es ist unglaublich wertvoll, genau diese Dinge alle mit zu betrachten und dann auch, ja, sich dem auch zu stellen. Was müssen wir denn dort verändern? Wie können wir dort vielleicht auch Einfluss nehmen drauf?

Und dann weiten sich natürlich solche Projekte auch aus. Es ist einfach eine ganz andere Art, wie wir jetzt an Projekte rangehen.

Christopher Salmi: Und gleichzeitig sorgt es aber nicht dafür, dass ihr sagt, ach nee, okay, jetzt haben wir so viele Ängste in der Organisation, jetzt machen wir es doch nicht, sondern wenn ich das richtig verstehe, ihr beschäftigt euch dann einfach unter Berücksichtigung jetzt der persönlichen Inperspektive und der Team-Inperspektive, eben mit den Ängsten oder mit den Sorgen oder mit den Dingen, die da kommen.

Genau. Und da nutzt ihr dann sozusagen euer Zukunftsbild als eine Art Kompass. Kann man das so?

Barbara Boy: Ja, im Prinzip schon. Also so eine, ja, also zum einen gucken wir, was braucht es denn dann vielleicht wirklich für die Einzelnen, um diesen Switch hinzubekommen, auf eine vielleicht eine andere Entwicklungsstufe, ja, um das gehen zu können. Oder was braucht es in den Teams dann auch? Also da kann man das tatsächlich zu einer Art Diagnose nutzen, um wirklich mal zu gucken, wo stehen wir denn jetzt eigentlich gerade?

Oder man kann es eben dann auch wirklich so als Zielrichtung nutzen, um wirklich zu gucken, wo soll es denn hingehen dann.

Thomas Strauß: Vielleicht auch noch, ohne dass ich jetzt genau weiß, ob ihr das genau so gemacht habt, aber mit den Ängsten, es ist ja jetzt auch nicht nur interessant zu wissen, das sind Ängste, weil das ist ja ganz normal, es kommt was Neues und die Leute kriegen Angst. Und dann gucken wir in der Regel ja nicht hin, aber dann entfalten ja Ängste dann unbewusst ja dann auch Verhaltensweisen.

Und wenn wir oft Angst haben und das nicht richtig mitkriegen, dann macht Angst ja auch eng. Und wenn wir uns aber eher ausweiten müssten, weil was Neues kommt, wir aber eng werden, dann hast du ja von Widerständen gesprochen oder dann lernen wir auch nicht so schnell. Und dann wäre es jetzt, da kann man ja ganz viel machen, aber nur eins ist halt, dass die Ängste ja mal wie ein Stück bewusster wahrgenommen werden.

Und wenn wir eine Angst bewusster wahrnehmen, dann kann es halt auch, wenn es erstmal eng wird, dann kann es auch wieder weiter werden. Und dann ist meine Erfahrung, wenn wir dem ein bisschen Raum geben oder jeder mal mehr mitkriegt, ja, ich habe ja wirklich Angst, dass es ein Teil der aktuellen Realität ist.

Ich bin unsicher, wir führen ein neues Betriebssystem ein, boah, ich kann da keinen Bock drauf und dann kriege ich das mit. Und durch das Mitkriegen werde ich schon wieder ein Stück weiter, offener, dann lasse ich mich doch drauf ein. Und wenn wir sowas auf eine gute Art mit berücksichtigen, dann kriegt man ja schon ein Gefühl, dass der ganze Veränderungsprozess ein Stück flüssiger wird, weil die Leute mehr aus einem Widerstand, vielleicht sogar im Extremfall, wenn wir Ängste gut fühlen, dann wird sie auch plötzlich wieder ganz kreativ.

Dann werden wir offen, wir werden kreativer, wir lassen uns drauf ein. Und dann läuft der ganze Prozess, das ist ja ein Riesenprozess, so eine Änderung, ein Stück schneller, flüssiger, mit weniger Widerstand. Und das ist ja eigentlich Gold wert.

Und der Schlüssel ist dann eben aber auch mal die Gefühle mal auf eine stimmige, passende Art auch mal einfach mal, ja, das sind welche und dann wird es mal kurz wahrgenommen und dann kann es sich auch wieder ein Stück entspannen. Wenn wir dann bewusster damit umgehen, wird der ganze Prozess sehr viel schneller und flüssiger und wir sind viel wirksamer in solchen Prozessen.

Christopher Salmi: Ja, und du hast ja gerade schon gesagt, das führt nicht, also der realistische Blick bleibt in dem Sinne, dass es löscht jetzt nicht alle Widerstände und es wird jetzt auch nicht jedem leicht fallen, das dann zu tun. Den Teil wird es immer noch geben. Wahrscheinlich.

Und da ist meine Frage auch an dich, Barbara, wenn du da jetzt so drauf guckst, auch so wie der Thomas es gerade so beschrieben hat. Was für ein Unterschied im Sinne der Widerstände hat das denn jetzt bei euch oder macht das denn konkret oder hat das gemacht?

Barbara Boy: Also ja, also ich würde sagen, Widerstände gibt es natürlich. Und so wie Thomas das auch beschrieben hat, sind wir auch vorgegangen oder gehen auch immer wieder vor, dass wir wirklich dem einfach mal Raum geben. Er hat das auch, fand ich, wunderbar beschrieben.

Im Endeffekt ist das ja genau das, dass man, wenn man Gefühle wirklich zulässt, dann können sie auch wieder gehen. So, das ist es ein Stück weit. Also gerade die negativen Gefühle, die wir ja sonst immer unbedingt weghaben wollen, so schnell wie möglich.

Der Schlüssel ist ja tatsächlich, sie einfach zuzulassen und wirklich da sein zu lassen. Und dann können sie sich auch wieder verabschieden ein Stück weit, ja. Oder sind nicht mehr so unerträglich vielleicht.

Tatsächlich haben wir das an vielen Stellen immer wieder getan und trotzdem erleben wir, dass es dennoch einfach Menschen gibt, die immer weiter Widerstand leisten, ja. Oder da zumachen. Und das ist so ein bisschen der Schmerz, den viele von uns, die sagen wir mal, da eher mit einer anderen Motivation vielleicht rangehen oder auch mit einer größeren Offenheit dangehen, zu erleben, dass es doch viel dieses Frozen Mind gibt und Frozen Heart, was der Otto Scharmer auch beschreibt in seinem U-Prozess, wie schwer das manchmal da wirklich ist, an die Leute ranzukommen.

Und was sich tatsächlich auch gezeigt hat, ist, dass es auch nicht ausgeblieben ist, dass manche uns dann auch einfach verlassen haben. Die sind dann einfach gegangen, weil sie gemerkt haben, das hat nicht funktioniert oder sie kommen damit nicht klar, wie wir das jetzt hier tun und wie wir es verändern.

Christopher Salmi: Und das ist ja auch eine legitime Entscheidung. Ich glaube, das darf auch in einer Organisation passieren, dass sich auch beide Seiten durchaus entscheiden, das ist dann nicht mein Weg, nicht dein Weg, nicht unser Weg oder unser gemeinsamer dann in dem Fall, ne?

Und sich die Wege eben trennen. Und wahrscheinlich macht es aber trotzdem schon einen Unterschied, wie das vonstatten geht, durch die Entwicklungsreise, die schon gegangen wurde, zusammen selbst auch mit dem Frozen Mind sozusagen. Du hast ja gerade schon ein bisschen angesprochen, da würde ich vielleicht nochmal ganz kurz hinpieksen wollen, bevor wir dann so langsam zum Schluss schon kommen müssen.

Meine Lieblingsfrage ist immer, tat es denn jetzt irgendwie weh? Also für dich persönlich und für die Leute hast du es ja gerade schon beschrieben, oder so in der Gruppe vielmehr, ne?

Das tut auch immer noch ein bisschen weh an der einen oder anderen Stelle. Wie war es denn jetzt für dich ganz persönlich?

Barbara Boy: Ja, tat es denn weh? Also tatsächlich tut mir am meisten weh, wenn ich erlebe, dass Menschen sich so gar nicht dem öffnen wollen oder können. Also die so ganz in ihren Dingen verstrickt bleiben, in ihren Themen verstrickt bleiben und auf gar keinen Fall da irgendwie sich rausbewegen wollen.

Das ist das, was mir am meisten wehtut, wenn ich das erlebe. Weil ich mir das wirklich wünsche, dass auch gerade solche Menschen einfach erkennen, dass es eine große Chance bietet, hier wirklich sich verändern zu können. Und zwar nicht nur sich selbst.

Das gehört ja mit dazu, das ist ja genauso ein Teil des Prozesses, sondern auch eben wir als in den unseren Teams oder auch als ganze Organisation. Und das ist manchmal echt schmerzhaft, das zu erleben, weil das manchmal auch wirklich Menschen sind, wo es menschlich total klasse passt, ja. Die aber dann auf dieser Ebene einfach so viele Widerstände haben.

Und ich mich dann oft frage, woran liegt das? Was genau liegt dahinter?

Manchmal können das auflösen, manchmal nicht, aber das ist so das, was mich am meisten schmerzt an der Stelle.

Christopher Salmi: Ja, das kann ich gut nachvollziehen. Das kann ich verstehen. Vielleicht nochmal ganz kurz zu eurer Organisation selbst. Du hast ja jetzt ganz viel beschrieben, wo ihr so gestartet seid, mit dem Sinn, warum ihr überhaupt da seid.

Ich glaube, ein schon ein ganz großer Unterschied zu vielen, vielen anderen Unternehmen, wo das so wahrscheinlich in einem Management-Workshop mal kurz runtergeschrieben wird in Form von leichten Buzzwörtern. Das habt ihr ja schon mal gemacht und durch einen U-Prozess. Ich kenne das ja selber, ich weiß, wie doch, wie anders das doch sein kann, gerade wenn man so klassisches tailoristisches Arbeiten gewohnt ist, um es mal so zu formulieren, wenn das so griffig genug ist.

Hat sich denn jetzt in den Zahlen, in denen ihr, oder das, was wo du vorhin gesagt hast, war, da hat sich dann nichts getan, nicht das, was ihr wolltet, hat sich da mittlerweile etwas verändert?

Barbara Boy: Also da hat sich tatsächlich in den letzten Jahren wirklich einiges verändert. Das ist sehr stark aufwärts gegangen. Ein bisschen hat uns dann Corona auch in die Karten gespielt, weil wir ein Unternehmen sind, was schon sehr lange auf digitale Durchführung setzt, der Seminare, die wir anbieten oder der Weiterbildung.

Aber trotzdem sind wir, dadurch, dass wir in einem geförderten Feld unterwegs sind, immer wieder total abhängig von Politik, etc. Und das ist immer wieder die große Unbekannte sozusagen und auch das, was uns immer wieder Probleme bereitet. Ich glaube, gerade deshalb ist es uns als Unternehmen so wahnsinnig wichtig, hier auf eine andere Art aufgestellt zu sein und wirklich mit einer Sinnorientierung dran zu gehen, weil ich glaube, nur das kann uns auf Dauer wirklich helfen, nicht mehr so abhängig uns zu machen von all diesen äußeren Gegebenheiten, von der VUCA-Welt, die uns da umgibt.

Und das ist, glaube ich, schon so der Schlüssel, um den es ein Stück weit geht.

Christopher Salmi: Das heißt, ihr seid jetzt schon in einem Stadium, wo ihr auf diese Veränderungsimpulse von draußen durch Politik etc. schon besser reagieren könnt. Also ohne den Vorschlag haben wir von vorhin.

Barbara Boy: Ja, also in Maßen, würde ich sagen. Noch nicht so, wie ich es mir wirklich wünschen würde. In Maßen sind wir auf jeden Fall schon besser in der Lage. Und ja, es fügt sich eigentlich immer mehr, so gefühlt.

Christopher Salmi: Schön. Ach, Barbara, ich glaube, wir könnten noch drei Stunden weitererzählen. Ich glaube, da gibt es auch noch total viel Spannendes. Wenn ich für mich mal so ein Fazit ziehe und du kannst ja mal prüfen, ob das so stimmig für dich ist, ihr habt da erstmal schon einen total spannenden, nee, ich muss anders anfangen.

Du hast erstmal in deiner Entwicklung schon einen total spannendes, einen total spannenden Weg mit dem Fokus Achtsamkeit. Und ich habe mich zwischendurch auch gefragt, was wäre, wenn die Barbara jetzt nicht da gewesen wäre, was wäre eigentlich dann passiert?

Aber ihr habt da total viel schon gelernt und schon erlebt und gemacht und wie du gerade beschrieben hast, ist da auch schon einiges passiert, auch in den Zahlen, wie viele sich das ja wünschen. Und ich glaube, die Grundintention einiger Unternehmen her ist, wir wollen jetzt erfolgreicher werden und wir wollen die Kundenzufriedenheit steigern und wir brauchen mehr Umsatz und so weiter.

Gerade wenn der Markt noch so ungewiss oder so eine große Ungewissheit wie Politik zum Beispiel, ich kenne das aus dem Glasfaserausbau, ist das so ähnlich, dann auch noch hat, dann ist es natürlich umso wichtiger da, sag mal, oder umso gewinnbringender, dann solche Schritte auch gegangen zu sein. Ich glaube, fertig seid ihr ja noch nicht, das hört man so raus.

Es ist ein laufender Prozess und wird es wahrscheinlich auch noch sehr lange sein, vielleicht endet er ja auch nie. Ich habe dir, glaube ich, den Thomas, wenn ich mich recht erinnern kann, in der letzten Folge gefragt, was so seine Empfehlung oder seinen Ruf in die weite Welt so zum Abschluss ist. Und das möchte ich dich auch fragen, gerade unter Berücksichtigung dieser ganzen tollen Dinge, die du schon erlebt hast.

Was ist denn deine Empfehlung – nicht „Unterfehlung“, wollte ich schon sagen – was ist denn deine Empfehlung an die Unternehmer und Mitarbeitenden da draußen?

Barbara Boy: Ja, also wenn ich mich recht entsinne, hatte der Thomas ja so ein bisschen drauf abgehoben, auf dieses Thema, wenn man so richtig feststeckt, ja, so merkt, man kommt nicht wirklich weiter, die Veränderungen, die angestoßen werden, die landen nicht wirklich. Das bewegt sich trotzdem nicht oder es gibt ganz viel Unzufriedenheit, vielleicht auch noch eine ganz große Fluktuation, was auch immer, wenn sich das so auf allen Ebenen eigentlich zeigt.

Dann wirklich mal hinzugucken und ja, wirklich dieses integrale Modell sich einfach mal anzuschauen, sich dem mal oder sich mal klarzumachen, dass es das eigentlich eher ist, für mich was tatsächlich es abbildet, was die Realität besser abbildet, ein Stück weit. Und vielleicht auch eine Möglichkeit ergibt, dass man besser drüber sprechen kann, was man eigentlich machen möchte.

Eine Transformation besser erläuterbar zu machen und greifbar vielleicht auch für die Menschen zu machen. Woran man eigentlich überall schrauben muss. Da stimme ich ihm vollkommen zu. Das ist wirklich eine Sache und ich kann da eigentlich nur sagen, probiert es aus, guckt, lasst euch mal drauf ein, weil es wirklich unglaublich hilfreich sein kann.

Und eine ganz wichtige Sache tatsächlich, bei sich selbst zu starten. Erstmal sich selbst wirklich wahrzunehmen. Und dann kann ich eigentlich auch erst die anderen und auch die Organisation und all die anderen Dinge richtig wahrnehmen.

Ich glaube, das ist es ein Stück weit. Das wäre so meine Empfehlung.

Christopher Salmi: Ja. Ach, sehr schön. Thomas, dir muss doch eigentlich das Herz aufgehen, wenn du das so hörst, oder? Was macht das mit dir?

Thomas Strauß: Ja, das hört sich gut an und ich schließe mich Barbara an. Ich würde mir sehr wünschen, wenn möglichst viele Unternehmer und Unternehmen da ein Stück einzahlen würden. Ich glaube, das würde uns allen in der Gesellschaft guttun.

Christopher Salmi: Ja, das glaube ich auch. Und ich hoffe, dass das vielleicht die ein oder andere Inspiration hier war für die Menschen da draußen. Und auch wenn das Bild noch nicht ganz klar ist, schaut ruhig bei der IMU mal vorbei.

Da findet ihr auch das ein oder andere Bildchen zu dieser Landkarte. Und dann wird wahrscheinlich das eine oder andere ein bisschen klarer sein, wenn auch das Visuelle hinterherkommt. Ansonsten meldet euch gerne.

Auch da finden wir einen Weg, diese Fragen irgendwie nochmal aufzugreifen. Ich danke euch beiden erstmal. Ich glaube, wir hätten noch irgendwie nochmal fünf aufnehmen und da ist wahrscheinlich immer noch ganz viel, über das man noch nicht gesprochen hat.

Hat mir große Freude gemacht. Barbara, danke für den Blick auch in euer Unternehmen, in die Praxis und auch zu dir persönlich und deiner Entwicklung. Und natürlich Thomas auch danke für die IMU-Perspektive und Erfahrung, die du auch hier teilen konntest und geteilt hast.

Ich würde sagen, wir sind erstmal durch, damit es auch nicht zu lang wird. An euch da draußen, danke fürs Zuhören und ich freue mich drauf, wenn auch bei den nächsten Folgen ihr wieder dabei seid. In dem Sinne wünsche ich euch eine sonnige, ich hätte fast gesagt, eine sonnige Nacht.

Nein, einen sonnigen Tag und eine schöne Nacht. Ich glaube, die sonnigen Nacht sind bei einem falschen Fleck auf der Erde. In dem Sinne, habt's gut, macht's gut, bleibt gesund und bis zum nächsten Mal.

Das war eine weitere Folge Coach Gelaber von und mit Christopher Salmi.